UND im FENSTER der HIMMEL
Von Johanna Reiss – Annie des Leeuw (bis zu ihrer Heirat)
In der Schule war das 3. Reich und seine Judenverfolgung immer ein großes Thema. Mit einer Klasse 8 habe ich dann auf deren Wunsch „Und im Fenster der Himmel „ von Johanna Reiss gelesen. Wie immer- Kennenlernen der Autorin/ Autors- haben wir auch versucht, Frau Reiss zu einer Lesung einzuladen. Anschreiben an den Verlag.
Nach ca. 2 Wochen klingelte bei mir zuhause das Telefon. Am anderen Ende Johanna Reiss. . Gerne käme sie zu einer Lesung, lebe aber in New York . Wer denn die Reisekosten übernehmen könne.
Ich habe mich bei ihr bedankt und leider absagen müssen, denn auch die Boedeker Stiftung sahn ich dazu nicht in der Lage.
Das war mein persönlicher Kontakt zur Autorin.
Warum das Buch so gefiel. Es ist aus der Sicht einer 9 – 13 jährigen geschrieben, die unbedarft ist von Politik, die nur am Rande mitbekommt, was in der Welt, mit Hitler und Europa geschieht. ( ab 1940, Hitler in den Niederlanden)
Die Autorin schreibt in der altersgemäßen Sprache eines Kindes, das im Versteck älter wird und sich immer mehr artikulieren kann und Hintergründe durchschaut. ( ab Nov. 42 )
S.8 – 9 Ich bin anders
Im Fenster der Himmel, beschreibt das Versteck, in dem die Kinder Annie und Sini leben, jahrelang nur den Blick aus dem einen Fenster, im Sommer.
Der Folgeband „Wie wird es morgen sein“ schildert die Zeit nach der Befreiung und die Veränderungen, die das Versteck mit sich gebracht hat, Zerfall der Familie und ihre Sehnsucht nach den Pflegeeltern aus der Zeiten des Untertauchens und die Phasen des Verlassen seins in einer neuen Weltordnung.
Das historische Versteck von Johanna Reiss (damals Annie de Leeuw) Le/UUund ihrer Schwester Sini befand sich in Usselo, einem kleinen Dorf nahe Enschede in den Niederlanden. Die beiden jüdischen Mädchen verbrachten dort ab November 1942 genau zwei Jahre, sieben Monate und einen halben Tag in fast völliger Isolation, bis sie am 1. April 1945 befreit wurden. [1, 2, 3, 4]
Das Haus und die Familie Oosterveld
- Die Beschützer: Versteckt wurden sie von der christlichen Bauernfamilie Oosterveld: dem Ehepaar Johan und Dientje sowie Johans Mutter („Opoe“). Die Familie riskierte täglich ihr Leben, da auf das Verstecken von Juden die Todesstrafe stand. [1]
Das Zimmer im Obergeschoss: Das Versteck war eine enge Kammer in der ersten Etage des Bauernhauses. Die Mädchen durften den Raum nicht verlassen und sich tagsüber kaum bewegen oder Geräusche machen, um nicht von Nachbarn oder Passanten bemerkt zu werden.
S.80 / 81 Ich durchschaue die Lage im Buch nachlesen
- Der geheime Schrank: Für absolute Notfälle gab es einen speziell umgebauten Wandschrank. Wenn Gefahr drohte, kletterten Annie und Sini hinein, und eine falsche Rückwand verbarg sie vor Durchsuchungen. [1]
Extreme Gefahrenmomente
- Soldaten im Haus: Die Bedrohung war phasenweise extrem nah. Eine Zeit lang quartierten
sich drei deutsche Soldaten im selben Bauernhaus ein – direkt im
Erdgeschoss, unmittelbar unter dem Zimmer der Mädchen. Die Schwestern
mussten in dieser Zeit tagelang absolut lautlos auf dem Bett verharren.
- S.104 105 Gestapo im Haus / Das Versteck
- Das Fenster zum Himmel: Das Zimmer besaß nur ein einziges kleines Fenster. Um nicht von außen gesehen zu werden, durften sie nicht hindurchblicken. Johanna Reiss beschrieb später, dass sie sich jeden Morgen darunterstellte, um wenigstens ein Stück des Himmels zu sehen und sich vorzustellen, mit den Wolken fortzureisen. [1]
Physische Folgen und die Befreiung
- Verkümmerte Muskeln: Aufgrund des jahrelangen Bewegungsmangels in dem engen Raum waren die Beine der damals 12-jährigen Annie bei der Befreiung am 1. April 1945 so stark geschwächt, dass sie kaum richtig laufen konnte. Johan Oosterveld bemerkte dies weinend, als er mit ihr am Tag der Befreiung zum ersten Mal nach draußen ging, um die kanadischen Soldaten zu begrüßen.
Das Versteck heute
Das historische Versteck wird bis heute als Erinnerungsort gepflegt. Es ist regelmäßig das Ziel von Exkursionen und Gedenkfahrten, insbesondere von Schulklassen und Studierenden aus Deutschland und den Niederlanden, die auf den Spuren von Johanna Reiss' Buch wandeln. In regionalen Ausstellungen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wurde das Versteckzimmer inklusive des geheimen Schrankes sogar originalgetreu nachgebaut, um die Enge und Bedrückung jener Zeit begreifbar zu machen.